Was mit Wärme beginnt
Es gibt einen Moment im November, in dem ich die Tür höre, bevor ich das Gesicht sehe. Draußen Wind, Kälte, der Mantel hochgeschlagen. Und dann der Schritt herein — aus der Kälte in die Wärme.
Diesen Moment bereite ich vor, lange bevor er kommt. Zehn Minuten, bevor eine Frau zu mir kommt, wärme ich die Liege. Nur ein, zwei Grad, gerade so viel, dass der Körper es spürt, ohne dass man es benennen könnte. Eine kleine Sache. Aber die kleinen Dinge sind in meiner Arbeit oft die größten.
Denn ein Körper, der gerade aus der Kälte kommt, scheint oft noch nicht ganz angekommen. Die Schultern hochgezogen, der Atem flach. An einem solchen Körper möchte ich nicht einfach zu arbeiten beginnen. Ich möchte ihn zuerst ankommen lassen.
Deshalb beginne ich in den kalten Monaten oft nicht mit dem Gesicht, sondern mit den Füßen. Ein warmes Fußbad, dem ich in dieser Jahreszeit ein wärmendes Öl zugebe — Wind und Wetter, oder Salbei, je nachdem, was der Tag und der Mensch brauchen. Die Füße stehen im warmen Wasser, und etwas Stilles geschieht: Nach wenigen Minuten fühlt sich oft nicht nur der Fuß warm an, sondern der ganze Mensch. Als stiege die Wärme von unten herauf.
Dann legt sich die Frau auf die warme Liege, und fast immer kommt an dieser Stelle derselbe leise Laut. Ein „Ach.“ Und ich sage: Ja. Alles wartet schon auf Sie. Lassen Sie sich fallen.
Erst jetzt beginne ich mit den Händen. Ich lege sie warm auf die Schultern, den Nacken, den Kopf. Ich streiche, ich wiege den Kopf ganz sanft nach links und rechts — nicht, um etwas zu tun, sondern um zu spüren, wie es heute steht. Wie viel Spannung der Körper heute noch trägt — und wo er schon ein wenig nachgibt.
Und dann, ganz langsam, führe ich eine Hand an das Kinn. In diesem einen Augenblick nehme ich schon vieles wahr. Im Sommer fühlt sich die Haut unter meinen Fingern anders an — praller, offener. Im November ist sie oft trockener, und sie fühlt sich unter der Hand ein wenig verschlossen an, fast rau. Ich streiche vom Mittelpunkt des Gesichts nach außen, und diese Haut wirkt auf mich durstig. Sie braucht jetzt vielleicht nicht mehr. Sie braucht anderes.
Ich lege ein warmes Tuch auf das Gesicht, mit einem Duft, der zur Jahreszeit passt — ein warmer Willkommensgruß. Dann ein zweites in den Nacken, auf die Schultern. Und erst wenn der ganze Mensch warm ist — die Liege, die Füße, das Gesicht, der Nacken —, beginnt die eigentliche Arbeit.
In über zwanzig Jahren habe ich beobachtet, wie viel in den kalten Monaten mit der Wärme beginnt. Sie ist für mich kein Beiwerk, sondern fast der Anfang von allem. Solange ein Mensch fröstelt, bleibt oft vieles verschlossen — und wird es wärmer, wird vieles leichter.
Die Wärme meiner Hände tut etwas, das eine Creme nicht kann: Viele Frauen werden unter ihr ruhiger, der Atem wird oft stiller, und die Berührung wird anders angenommen. Es ist, als dürfe der Körper für einen Moment aufhören, auf der Hut zu sein. Und wenn diese Wachsamkeit nachlässt, scheint sich manches leichter zu bewegen — als käme vieles, was vorher gehalten hat, langsam in Fluss.
„wie neu geboren.“
Eine Frau sagte, als sie sich nach einer solchen Stunde im Winter aufsetzte, nur zwei Worte: „wie neu geboren.“ Mehr brauchte es nicht. Es war nicht die Haut allein. Es war der ganze Mensch, der aus der Kälte heimgekommen war.
Vielleicht ist das die eigentliche Pflege dieser dunklen Monate: nicht mehr tun, sondern wärmer werden. Langsamer.
Wenn Sie sich einmal ganz in diese Wärme hineinlegen möchten: Innehalten ist eine Zeit, in der Sie nichts leisten müssen — mit warmem Fußbad, ruhiger Berührung und Zeit zum Ankommen.
Innehalten entdeckenBis dahin, in diesem kalten, schönen Monat: Wärmen Sie sich. Von den Füßen aufwärts.
— Parastoo